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Warum du Lust empfindest – und trotzdem keinen Orgasmus hast

"Wie fallen und fliegen zugleich" wird der Orgasmus unter anderem beschrieben. Es gibt viele Worte, die sich daran versuchen, zu fassen, was in einer Frau vor sich geht, die gerade zum sexuellen Höhepunkt kommt. Und doch gibt es nicht genug Worte, um zu beschreiben, wie es ist, wenn dieser Höhepunkt nicht kommt oder gar niemals gekommen ist. 

Anorgasmie zählt zu den häufigsten sexuellen Beeinträchtigungen.

Wenn es nicht mehr um eine temporäre Funktionsstörung geht, wenn Sex nur noch ein Thema der Scham, des Schmerzes oder der Blockade ist, dann spricht das Lexikon der Psychologie von einer "Anorgasmie", der Unfähigkeit, einen Orgasmus zu erleben. Sie wird zu den häufigsten Beeinträchtigungen der Sexualität gezählt, Studien zufolge kommt jede zehnte heterosexuelle Frau nie zum Orgasmus.

Wann sprechen wir von Anorgasmie und vor allem: Wie gehen wir damit um?

In unseren romantisch-sexuellen Beziehungen und mit uns selbst in einer Gesellschaft, in der körperliche Nähe und Sex mit einer glücklichen Partner:innenschaft gleichgesetzt wird? Wir sprachen mit der Beziehungsexpertin und Geschäftsführerin der Beziehungsakademie "SozialDynamik", Masha Hell-Höflinger. Sie weiß genau wie es ist, mit Anorgasmie zu leben – und wie man wieder zur eigenen Sexualität finden kann.

"Wir Frauen sind es gewohnt, Schmerzen auszuhalten"

Natürlich spricht man nicht sofort von einer Anorgasmie, wenn ein Orgasmus nur unregelmäßig kommt, schließlich gibt es bei Frauen viele Faktoren, die das Auftreten des sexuellen Höhepunkts erleichtern oder eben erschweren. "Vielleicht bist du müder, als du es dir eingestehen möchtest oder stehst an einem Punkt in deinem Zyklus, an dem es schwieriger ist, zum Orgasmus zu kommen", erklärt Hell-Höflinger.

Doch bleibt das Gefühl, sexuell blockiert zu sein, über einen längeren Zeitraum bestehen, ist es bisher noch nie zum Orgasmus gekommen oder Sex sogar schmerzhaft für dich, dann ist es ratsam, medizinische Hilfe aufzusuchen. "Sehr viele Frauen haben beim Sex Schmerzen, trauen sich aber nicht, darüber zu sprechen und halten es eben aus. Wir Frauen sind es schließlich gewohnt, Schmerzen auszuhalten." 

Viele Frauen erleben Sex eher als ein belastendes To-Do.

Können keine körperlichen Gründe festgestellt werden, sei es ratsam, auf die Psyche zu schauen, so die Expertin weiter. Stress und Streit in der Beziehung können hierbei ebenso ein Faktor sein, wie Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper oder der Stimmung. 

"Viele Frauen erleben Sex eher als ein belastendes To-Do, bei dem sie auch noch irgendwie dem Mann und seinen Bedürfnissen zur Verfügung stehen müssen", nennt Hell-Höflinger einen weiteren möglichen Grund. Weiterhin sei das Thema Sex bei vielen Menschen mit Scham verbunden, die "uns daran hindert, über unsere wahren Bedürfnisse zu sprechen". Diese Scham kann durch unterschiedliche Faktoren entstehen, zum Beispiel schlechte Erfahrungen in Verbindung mit Sex oder wenn Sex in der Familie kein Thema ist und die Eltern beispielsweise ein sehr distanziertes Verhältnis zueinander haben.Das sensible Thema der sexuellen Scham wird auch in unterschiedlichen Studien behandelt. Das Ergebnis einer Untersuchung: Je größer die wahrgenommene soziale Unterstützung, desto eher hat der Mensch das Gefühl, über sexuelle Themen mit Freund:innen, Partner:innen und der Familie zu sprechen – andersherum führt eine klein wahrgenommene Unterstützung dazu, sich mit diesen Themen nicht nach außen zu wenden.

Warum du Lust empfindest – und trotzdem keinen Orgasmus hast

"Wie fallen und fliegen zugleich" wird der Orgasmus unter anderem beschrieben. Es gibt viele Worte, die sich daran versuchen, zu fassen, was in einer Frau vor sich geht, die gerade zum sexuellen Höhepunkt kommt. Und doch gibt es nicht genug Worte, um zu beschreiben, wie es ist, wenn dieser Höhepunkt nicht kommt oder gar niemals gekommen ist. 

Anorgasmie zählt zu den häufigsten sexuellen Beeinträchtigungen.

Wenn es nicht mehr um eine temporäre Funktionsstörung geht, wenn Sex nur noch ein Thema der Scham, des Schmerzes oder der Blockade ist, dann spricht das Lexikon der Psychologie von einer "Anorgasmie", der Unfähigkeit, einen Orgasmus zu erleben. Sie wird zu den häufigsten Beeinträchtigungen der Sexualität gezählt, Studien zufolge kommt jede zehnte heterosexuelle Frau nie zum Orgasmus.

Wann sprechen wir von Anorgasmie und vor allem: Wie gehen wir damit um?

In unseren romantisch-sexuellen Beziehungen und mit uns selbst in einer Gesellschaft, in der körperliche Nähe und Sex mit einer glücklichen Partner:innenschaft gleichgesetzt wird? Wir sprachen mit der Beziehungsexpertin und Geschäftsführerin der Beziehungsakademie "SozialDynamik", Masha Hell-Höflinger. Sie weiß genau wie es ist, mit Anorgasmie zu leben – und wie man wieder zur eigenen Sexualität finden kann.

"Wir Frauen sind es gewohnt, Schmerzen auszuhalten"

Natürlich spricht man nicht sofort von einer Anorgasmie, wenn ein Orgasmus nur unregelmäßig kommt, schließlich gibt es bei Frauen viele Faktoren, die das Auftreten des sexuellen Höhepunkts erleichtern oder eben erschweren. "Vielleicht bist du müder, als du es dir eingestehen möchtest oder stehst an einem Punkt in deinem Zyklus, an dem es schwieriger ist, zum Orgasmus zu kommen", erklärt Hell-Höflinger.

Doch bleibt das Gefühl, sexuell blockiert zu sein, über einen längeren Zeitraum bestehen, ist es bisher noch nie zum Orgasmus gekommen oder Sex sogar schmerzhaft für dich, dann ist es ratsam, medizinische Hilfe aufzusuchen. "Sehr viele Frauen haben beim Sex Schmerzen, trauen sich aber nicht, darüber zu sprechen und halten es eben aus. Wir Frauen sind es schließlich gewohnt, Schmerzen auszuhalten." 

Viele Frauen erleben Sex eher als ein belastendes To-Do.

Können keine körperlichen Gründe festgestellt werden, sei es ratsam, auf die Psyche zu schauen, so die Expertin weiter. Stress und Streit in der Beziehung können hierbei ebenso ein Faktor sein, wie Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper oder der Stimmung. 

"Viele Frauen erleben Sex eher als ein belastendes To-Do, bei dem sie auch noch irgendwie dem Mann und seinen Bedürfnissen zur Verfügung stehen müssen", nennt Hell-Höflinger einen weiteren möglichen Grund. Weiterhin sei das Thema Sex bei vielen Menschen mit Scham verbunden, die "uns daran hindert, über unsere wahren Bedürfnisse zu sprechen". Diese Scham kann durch unterschiedliche Faktoren entstehen, zum Beispiel schlechte Erfahrungen in Verbindung mit Sex oder wenn Sex in der Familie kein Thema ist und die Eltern beispielsweise ein sehr distanziertes Verhältnis zueinander haben.Das sensible Thema der sexuellen Scham wird auch in unterschiedlichen Studien behandelt. Das Ergebnis einer Untersuchung: Je größer die wahrgenommene soziale Unterstützung, desto eher hat der Mensch das Gefühl, über sexuelle Themen mit Freund:innen, Partner:innen und der Familie zu sprechen – andersherum führt eine klein wahrgenommene Unterstützung dazu, sich mit diesen Themen nicht nach außen zu wenden.