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Gibt es so etwas wie ein Food-Coma wirklich?

Vielleicht erreicht Sie dieser Artikel gerade auf dem Sofa. Und vielleicht denken Sie beim Blick auf die Überschrift "Ja, ich bin der lebende Beweis dafür", weil Sie nichts mehr tun können außer mit letzter Kraft den Hosenknopf zu öffnen und durch Social Media zu scrollen, wo sich die Postings unter dem Hashtag #foodcoma häufen. Und Ihr Gefühl täuscht Sie nicht.Was man im Internet als Food-Coma bezeichnet, ist in der Fachsprache die postprandiale Somnolenz. "In der Medizin unterscheidet man dabei zwischen zentraler und peripherer Müdigkeit", erklärt Monika Ferlitsch, Internistin an der klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie.

Die zentrale Müdigkeit zeigt sich etwa dadurch, dass die Konzentration abnimmt. Die periphere durch das Schlappwerden der Muskeln. Das liegt daran, dass nach dem Essen die aufgenommene Nahrung verdaut werden muss, die Belohnungszentren werden aktiviert.

Ursache für Mittagstief unklar

Warum dieser Prozess gar so müde macht, weiß man in der Forschung noch nicht so genau. Es gibt verschiedene Ansätze. Lange glaubte man etwa, dass durch die Verdauung sehr viel Blut in Magen und Dünndarm landet.

"Aber ich glaube, das ist nur ein Fünkchen der Wahrheit", sagt Ferlitsch und erklärt: "Bei dieser Theorie müsste gleichzeitig der Blutfluss in der Halsschlagader abnehmen, und das ist nicht der Fall."

Es geht laut Ferlitsch eher um die Aktivierung des Belohnungszentrums und um Tryptophan. Das ist eine Aminosäure, die zu Serotonin umgewandelt wird und Glücksgefühle verursacht. "Dieser Prozess macht auch müde", sagt die Expertin. Dazu kommt der natürliche Rhythmus. Zu Mittag ist unser Körper in einem Hormon- und Tageszyklustief, erklärt Ferlitsch: "Wir Menschen sind dafür ausgelegt, dass wir zu Mittag eine Ruhepause einlegen. Wenn wir uns dann noch zu Mittag vollessen, wird dieses Tief verstärkt."

Dabei macht die Menge an Essen für das Food-Coma keinen so großen Unterschied: "Natürlich wird man noch müder, wenn man viel gegessen hat, weil alles im Magen liegt. Aber es geht mehr darum, was wir essen." Fleisch, Milchprodukte und schwere, fettige Nahrungsmittel verstärken die Müdigkeit, wohingegen Salate, Gemüse und leichte Suppen kaum zu Food-Coma führen. Zudem kann es helfen, vor dem Essen genügend zu trinken, um Durst nicht mit Hunger zu verwechseln. Ferlitsch rät außerdem, "genügend zu kauen, langsam zu essen und aufzuhören, sobald man ein Sättigungsgefühl verspürt".

Leichte Bewegung besser als Kaffee

Hat das Food-Coma schon eingesetzt, hilft das, was vielen wohl am schwersten fällt, am besten: "Bewegung und frische Luft helfen sehr viel besser als eine Tasse Kaffee", sagt Ferlitsch. Vor allem, weil viele zum Kaffee wohl auch noch zu ein paar Kekserln greifen. "Dadurch steigt der Blutzucker weiter an, das Hormon Insulin wird ausgeschüttet." Bei manchen Menschen – vor allem jenen mit Übergewicht – kann das dazu führen, dass zu viel Insulin ausgeschüttet wird, wodurch der Blutzucker in der Folge noch tiefer nach unten gedrückt wird. "Das ist ein weiterer Mechanismus, wie Food-Coma entstehen kann. Es wird wohl an verschiedenen Theorien was dran sein, aber letztendlich ist das Phänomen noch nicht final erforscht."

Gibt es so etwas wie ein Food-Coma wirklich?

Vielleicht erreicht Sie dieser Artikel gerade auf dem Sofa. Und vielleicht denken Sie beim Blick auf die Überschrift "Ja, ich bin der lebende Beweis dafür", weil Sie nichts mehr tun können außer mit letzter Kraft den Hosenknopf zu öffnen und durch Social Media zu scrollen, wo sich die Postings unter dem Hashtag #foodcoma häufen. Und Ihr Gefühl täuscht Sie nicht.Was man im Internet als Food-Coma bezeichnet, ist in der Fachsprache die postprandiale Somnolenz. "In der Medizin unterscheidet man dabei zwischen zentraler und peripherer Müdigkeit", erklärt Monika Ferlitsch, Internistin an der klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie.

Die zentrale Müdigkeit zeigt sich etwa dadurch, dass die Konzentration abnimmt. Die periphere durch das Schlappwerden der Muskeln. Das liegt daran, dass nach dem Essen die aufgenommene Nahrung verdaut werden muss, die Belohnungszentren werden aktiviert.

Ursache für Mittagstief unklar

Warum dieser Prozess gar so müde macht, weiß man in der Forschung noch nicht so genau. Es gibt verschiedene Ansätze. Lange glaubte man etwa, dass durch die Verdauung sehr viel Blut in Magen und Dünndarm landet.

"Aber ich glaube, das ist nur ein Fünkchen der Wahrheit", sagt Ferlitsch und erklärt: "Bei dieser Theorie müsste gleichzeitig der Blutfluss in der Halsschlagader abnehmen, und das ist nicht der Fall."

Es geht laut Ferlitsch eher um die Aktivierung des Belohnungszentrums und um Tryptophan. Das ist eine Aminosäure, die zu Serotonin umgewandelt wird und Glücksgefühle verursacht. "Dieser Prozess macht auch müde", sagt die Expertin. Dazu kommt der natürliche Rhythmus. Zu Mittag ist unser Körper in einem Hormon- und Tageszyklustief, erklärt Ferlitsch: "Wir Menschen sind dafür ausgelegt, dass wir zu Mittag eine Ruhepause einlegen. Wenn wir uns dann noch zu Mittag vollessen, wird dieses Tief verstärkt."

Dabei macht die Menge an Essen für das Food-Coma keinen so großen Unterschied: "Natürlich wird man noch müder, wenn man viel gegessen hat, weil alles im Magen liegt. Aber es geht mehr darum, was wir essen." Fleisch, Milchprodukte und schwere, fettige Nahrungsmittel verstärken die Müdigkeit, wohingegen Salate, Gemüse und leichte Suppen kaum zu Food-Coma führen. Zudem kann es helfen, vor dem Essen genügend zu trinken, um Durst nicht mit Hunger zu verwechseln. Ferlitsch rät außerdem, "genügend zu kauen, langsam zu essen und aufzuhören, sobald man ein Sättigungsgefühl verspürt".

Leichte Bewegung besser als Kaffee

Hat das Food-Coma schon eingesetzt, hilft das, was vielen wohl am schwersten fällt, am besten: "Bewegung und frische Luft helfen sehr viel besser als eine Tasse Kaffee", sagt Ferlitsch. Vor allem, weil viele zum Kaffee wohl auch noch zu ein paar Kekserln greifen. "Dadurch steigt der Blutzucker weiter an, das Hormon Insulin wird ausgeschüttet." Bei manchen Menschen – vor allem jenen mit Übergewicht – kann das dazu führen, dass zu viel Insulin ausgeschüttet wird, wodurch der Blutzucker in der Folge noch tiefer nach unten gedrückt wird. "Das ist ein weiterer Mechanismus, wie Food-Coma entstehen kann. Es wird wohl an verschiedenen Theorien was dran sein, aber letztendlich ist das Phänomen noch nicht final erforscht."