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Diese Lebensmittel erhöhen schon in geringen Mengen Ihr Alzheimer

Allein in Deutschland leiden 1,8 Millionen Menschen an Demenz, jährlich nehmen die Fallzahlen um etwa 440.000 zu – mit steigender Tendenz. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sich die Zahl der weltweiten Demenzfälle bis 2030 um rund 40 Prozent erhöhen. Der Grund dafür: Der demografische Wandel und die sich verändernden Lebensstilfaktoren der modernen Gesellschaft.

Ernährung als Schlüssel in der Alzheimer-Präventionsforschung

Bislang gilt Alzheimer als unheilbar. Entsprechend steckt die Wissenschaft aktuell viel Zeit in die Erforschung von Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen. Mittlerweile ist bekannt, dass eine gesunde Lebensweise das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung nachweislich senken kann. Vor allem der Ernährung wird ein großer Stellenwert in der Präventionsforschung zugesprochen.

Immer mehr Studien belegen die negativen Langfristfolgen einer Ernährung, die zu einem Großteil aus verarbeiteten, industriell hergestellten Lebensmitteln besteht. Eine neue Untersuchung der Universität São Paulo in Brasilien vertieft die Erkenntnisse.

Wie die Forschenden schreiben, ist von einem eindeutigen Zusammenhang zwischen einer stark verarbeiteten Ernährungweise und dem Entstehen von Alzheimer auszugehen.

Wissenschaftler untersuchen Ernährungsweise und kognitive Fähigkeiten von mehr als 10.000 Probanden

Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 10.000 Probanden in einem Zeitraum von 10 Jahren. In regelmäßigen Abständen füllten die Untersuchungspersonen Fragebögen zu ihrem Essverhalten und dem Konsum verarbeiteter Lebensmittel aus. Dabei wurde zwischen:

gering verarbeiteten Lebensmitteln, die maximal pasteurisiert wurden (z.B. frisches, getrocknetes oder gefrorenes Obst oder Gemüse; Vollkornprodukte; Fleisch; Fisch und Milch),

verarbeiteten Lebensmitteln (z.B. Dosenobst; Brot; Käse; gesalzene, geräucherte oder konservierte Fleisch- und Fischwaren) und

hochverarbeiteten Lebensmitteln (z.B. industriell verarbeitete Lebensmittel, die Öle, Fette, Zucker, Stärke oder künstliche Geschmacksverstärker und so kaum frische Lebensmittel enthalten) unterschieden.

Daneben durchliefen die Probanden dreimal jährlich zwei verschiedene Tests, um die geistige und kognitive Fähigkeit dieser zu überprüfen. Im Rahmen des kognitiven Tests wurden folgende Fähigkeiten überprüft:

Lernen

Argumentieren

Erinnern

Lösungsorientiertes (Denken)

Entscheidungsfähigkeit

Aufmerksamkeit

Die Überprüfung der exekutiven Fähigkeiten erfolgte mittels eines Sprach- und Verständnistests. Exekutive Fähigkeiten beziehen sich auf die geistigen Funktionen, mit denen Menschen ihr eigenes Verhalten unter Berücksichtigung der Bedingungen ihrer Umwelt steuern.

Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen selbst in geringer Dosis Alzheimer-Risiko

Das Ergebnis: Die Probanden, deren Ernährung mindestens zu 20 Prozent aus hochverarbeiteten Lebensmitteln bestand, wiesen ein 28 Prozent höheres Risiko für kognitiven sowie ein 25 Prozent höheres Risiko für exekutiven Verfall auf als die Probanden, die sich am wenigsten verarbeitetet ernährten.

Bezogen auf einen 2000-Kalorien-Ernährungsplan hieße dies, dass bereits 400 zugeführte Kalorien in Form von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit einem deutlichen erhöhten Risiko für Erkrankungen des Geistes einhergehen. Zum Vergleich: 400 Kalorien entsprechen nicht einmal der Energie einer halben Tiefkühlpizza.

Ausgewogene Ernährung kann Negativeffekte ausgleichen

Klingt zunächst dramatischer, als es eigentlich ist. Eine weitere Beobachtung der Forschenden zeigte nämlich, dass die Probanden, die die restlichen 80 Prozent mit unverarbeiteten Lebensmitteln – also mit Obst und Gemüse, Vollkorngetreideprodukten und magerem Eiweiß aus Fleisch und Fisch – deckten keinen kognitiven und exekutiven Verfall aufwiesen. Es ist also davon auszugehen, dass nährstoffreiche, unverarbeitete Lebensmittel die negativen Auswirkungen der hochverarbeiteten Produkte wett machen – vermutlich, da Körper (und Geist) dennoch mit allen wichtigen Mikro- und Makronährstoffen versorgt sind.

„Die Reduktion hochverarbeiteter Lebensmittel kann ein effektiver Weg in der Prävention kognitiver Erkrankungen sein“, schreiben die Wissenschaftler im Forschungsbericht. Die Erkenntnisse der Forschenden decken sich damit mit den Empfehlungen der sogenannten 80/20-Regel.

Wenn 80 Prozent der Ernährung aus unverarbeiteten, nährstoffreichen Lebensmitteln bestehen, „dürfen“ die üblichen 20 Prozent komplett frei gestaltet werden. In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass Sie drei ausgewogene, unverarbeitete Mahlzeiten zu sich nehmen, bei einem von zwei Snacks dann aber auch „sündigen“ dürfen – das ist für die mentale Einstellung zum Thema Ernährung sogar förderlich und wird Ihrer Gesundheit in keinem Fall schaden.

Weitere Risikofaktoren für Alzheimer

Neben der Ernährung können auch weitere Faktoren das Alzheimer-Risiko beeinflussen. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. fasst die wichtigsten Risikofaktoren für Demenz zusammen, wobei sich die meisten auf einen gesunden Lebensstil beziehen:

Kopfverletzungen

Übermäßiger Alkoholkonsum

Feinstaubbelastung

Mangelnde Bildung

Übergewicht

Bluthochdruck

Eingeschränkte Hörfähigkeit

Rauchen

Diabetes

Depressionen

Bewegungsmangel

Fehlende soziale Kontakte

Diese Lebensmittel erhöhen schon in geringen Mengen Ihr Alzheimer

Allein in Deutschland leiden 1,8 Millionen Menschen an Demenz, jährlich nehmen die Fallzahlen um etwa 440.000 zu – mit steigender Tendenz. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sich die Zahl der weltweiten Demenzfälle bis 2030 um rund 40 Prozent erhöhen. Der Grund dafür: Der demografische Wandel und die sich verändernden Lebensstilfaktoren der modernen Gesellschaft.

Ernährung als Schlüssel in der Alzheimer-Präventionsforschung

Bislang gilt Alzheimer als unheilbar. Entsprechend steckt die Wissenschaft aktuell viel Zeit in die Erforschung von Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen. Mittlerweile ist bekannt, dass eine gesunde Lebensweise das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung nachweislich senken kann. Vor allem der Ernährung wird ein großer Stellenwert in der Präventionsforschung zugesprochen.

Immer mehr Studien belegen die negativen Langfristfolgen einer Ernährung, die zu einem Großteil aus verarbeiteten, industriell hergestellten Lebensmitteln besteht. Eine neue Untersuchung der Universität São Paulo in Brasilien vertieft die Erkenntnisse.

Wie die Forschenden schreiben, ist von einem eindeutigen Zusammenhang zwischen einer stark verarbeiteten Ernährungweise und dem Entstehen von Alzheimer auszugehen.

Wissenschaftler untersuchen Ernährungsweise und kognitive Fähigkeiten von mehr als 10.000 Probanden

Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 10.000 Probanden in einem Zeitraum von 10 Jahren. In regelmäßigen Abständen füllten die Untersuchungspersonen Fragebögen zu ihrem Essverhalten und dem Konsum verarbeiteter Lebensmittel aus. Dabei wurde zwischen:

gering verarbeiteten Lebensmitteln, die maximal pasteurisiert wurden (z.B. frisches, getrocknetes oder gefrorenes Obst oder Gemüse; Vollkornprodukte; Fleisch; Fisch und Milch),

verarbeiteten Lebensmitteln (z.B. Dosenobst; Brot; Käse; gesalzene, geräucherte oder konservierte Fleisch- und Fischwaren) und

hochverarbeiteten Lebensmitteln (z.B. industriell verarbeitete Lebensmittel, die Öle, Fette, Zucker, Stärke oder künstliche Geschmacksverstärker und so kaum frische Lebensmittel enthalten) unterschieden.

Daneben durchliefen die Probanden dreimal jährlich zwei verschiedene Tests, um die geistige und kognitive Fähigkeit dieser zu überprüfen. Im Rahmen des kognitiven Tests wurden folgende Fähigkeiten überprüft:

Lernen

Argumentieren

Erinnern

Lösungsorientiertes (Denken)

Entscheidungsfähigkeit

Aufmerksamkeit

Die Überprüfung der exekutiven Fähigkeiten erfolgte mittels eines Sprach- und Verständnistests. Exekutive Fähigkeiten beziehen sich auf die geistigen Funktionen, mit denen Menschen ihr eigenes Verhalten unter Berücksichtigung der Bedingungen ihrer Umwelt steuern.

Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen selbst in geringer Dosis Alzheimer-Risiko

Das Ergebnis: Die Probanden, deren Ernährung mindestens zu 20 Prozent aus hochverarbeiteten Lebensmitteln bestand, wiesen ein 28 Prozent höheres Risiko für kognitiven sowie ein 25 Prozent höheres Risiko für exekutiven Verfall auf als die Probanden, die sich am wenigsten verarbeitetet ernährten.

Bezogen auf einen 2000-Kalorien-Ernährungsplan hieße dies, dass bereits 400 zugeführte Kalorien in Form von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit einem deutlichen erhöhten Risiko für Erkrankungen des Geistes einhergehen. Zum Vergleich: 400 Kalorien entsprechen nicht einmal der Energie einer halben Tiefkühlpizza.

Ausgewogene Ernährung kann Negativeffekte ausgleichen

Klingt zunächst dramatischer, als es eigentlich ist. Eine weitere Beobachtung der Forschenden zeigte nämlich, dass die Probanden, die die restlichen 80 Prozent mit unverarbeiteten Lebensmitteln – also mit Obst und Gemüse, Vollkorngetreideprodukten und magerem Eiweiß aus Fleisch und Fisch – deckten keinen kognitiven und exekutiven Verfall aufwiesen. Es ist also davon auszugehen, dass nährstoffreiche, unverarbeitete Lebensmittel die negativen Auswirkungen der hochverarbeiteten Produkte wett machen – vermutlich, da Körper (und Geist) dennoch mit allen wichtigen Mikro- und Makronährstoffen versorgt sind.

„Die Reduktion hochverarbeiteter Lebensmittel kann ein effektiver Weg in der Prävention kognitiver Erkrankungen sein“, schreiben die Wissenschaftler im Forschungsbericht. Die Erkenntnisse der Forschenden decken sich damit mit den Empfehlungen der sogenannten 80/20-Regel.

Wenn 80 Prozent der Ernährung aus unverarbeiteten, nährstoffreichen Lebensmitteln bestehen, „dürfen“ die üblichen 20 Prozent komplett frei gestaltet werden. In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass Sie drei ausgewogene, unverarbeitete Mahlzeiten zu sich nehmen, bei einem von zwei Snacks dann aber auch „sündigen“ dürfen – das ist für die mentale Einstellung zum Thema Ernährung sogar förderlich und wird Ihrer Gesundheit in keinem Fall schaden.

Weitere Risikofaktoren für Alzheimer

Neben der Ernährung können auch weitere Faktoren das Alzheimer-Risiko beeinflussen. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. fasst die wichtigsten Risikofaktoren für Demenz zusammen, wobei sich die meisten auf einen gesunden Lebensstil beziehen:

Kopfverletzungen

Übermäßiger Alkoholkonsum

Feinstaubbelastung

Mangelnde Bildung

Übergewicht

Bluthochdruck

Eingeschränkte Hörfähigkeit

Rauchen

Diabetes

Depressionen

Bewegungsmangel

Fehlende soziale Kontakte