Close

New articles

Es beseitigt Mundgeruch

Bestimmte probiotische Bakterien können offenbar hartnäckigen Mundgeruch mildern, wie eine Metaanalyse nahelegt. Demnach beeinflusst die Einnahme von Probiotika die Mundflora günstig und verringert die Produktion von schwefelhaltigen, übelriechenden Verbindungen durch anaerobe Abbauprozesse. In den Studien verringerte sich dadurch der wahrnehmbare Mundgeruch der Testpersonen und auch der objektiv messbare Gehalt an Schwefelverbindungen in der Ausatemluft.

Ein Drittel aller Menschen mit Halitosis

Rund ein Drittel aller Menschen leidet unter hartnäckigem Mundgeruch, medizinisch Halitosis. In 85 bis 90 Prozent der Fälle entsteht er durch die Tätigkeit von Bakterien auf der Zunge , im Zahnbelag , am Zahnfleisch oder zwischen den Zähnen.

Wenn diese Mikroben Nahrungsreste und andere organische Stoffe abbauen, produzieren sie stark riechende schwefelhaltige Verbindungen wie Schwefelwasserstoff (H 2 S), Methylmercaptan (CH 3 SH) und Dimethylsulfid (C 2 H 6 S). Mangelnde Mundhygiene, Parodontitis und Rauchen begünstigen dies.

Vorübergehende Abhilfe durch mechanische Reinigung

Doch wie wird man eine Halitosis wieder los? Oft kann eine mechanische Reinigung von Zunge und Zahnraum helfen wie bei der professionellen Zahnreinigung, allerdings bringt dies meist nur vorübergehende Abhilfe.

Auch chemische Mittel zur Bekämpfung der verursachenden Bakterien in Form von antibakteriellen Mundwässern und Antibiotika werden eingesetzt. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie auch die nützlichen Mundbakterien dezimieren.

Probiotika gegen Halitosis im Test

Eine schonendere und nachhaltigere Lösung könnten jedoch Probiotika sein, wie nun eine Metaanalyse nahelegt. Dabei nimmt man nützliche Bakterien wie Lactobacillus salivarius oder L. reuteri, Streptococcus salivarius oder Weissella cibaria in Form von Kaugummis oder Lutschtabletten ein.

Diese Bakterien finden sich typischerweise in Joghurt, Sauerteig, Miso und anderen fermentierten Lebensmitteln. Bei Einnahme als Probiotika sollen sie die Mikroben im Mundraum verdrängen, die die übelriechenden Schwefelverbindungen produzieren – so jedenfalls die Idee dahinter.

Schwefelverbindungen in der Ausatemluft am Maßstab

Ob das funktioniert, haben nun Forschende um Nengwen Huang von der Universität Sichuan in China untersucht. Dafür werteten sie sieben Studien aus, in denen insgesamt 278 Testpersonen mit Mundgeruch ein bis zweimal am Tag ein probiotisches Präparat gegen Mundgeruch oder aber ein Placebo erhielten.

Die Wirksamkeit wurde primär anhand der Konzentration der Schwefelverbindungen in der Ausatemluft und dem subjektiven Geruch ermittelt. Außerdem bewerteten die Forschenden den Zungen- und Zahnbelag.

Signifikante Besserung

Das Ergebnis: Die Probiotika-Einnahme brachte deutliche Besserungen der Halitosis im Vergleich zur Placebobehandlung. Der subjektiv wahrnehmbare Mundgeruch nahm in der Probiotika-Gruppe sowohl kurzfristig wie langfristig um mehr als die Hälfte ab. Auch der objektiv messbare Gehalt an übelriechenden Schwefelverbindungen in der Ausatemluft verringerte sich. Dies zeigte sich vor allem beim Schwefelwasserstoff, dessen Anteil im Schnitt um 73 Prozent abnahm, wie Huang und seine Kollegen feststellten.

Hemmung von Abbauprozessen und positiver Einfluss auf Mundflora

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass die probiotische Therapie Mundgeruch verringern kann und daher durchaus positive Effekte gegen Halitosis bewirken“, konstatieren Huang und sein Team. Sie führen diese Wirkung darauf zurück, dass die probiotischen Bakterien die Mundflora positiv beeinflussen und die Abbauprozesse hemmen, die die übelriechenden Schwefelverbindungen erzeugen. „Die signifikant niedrigeren Gehalte an flüchtigen Schwefelverbindungen sprechen dafür, dass die Aktivität anaerober Mundbakterien durch die probiotische Behandlung abnimmt“, erklärt das Team.

Weitere Forschung nötig

Allerdings: Während die subjektive Verbesserung des Mundgeruchs unter Einnahme der Probiotika auch langfristig anhielt, war dies beim Gehalt an Schwefelverbindungen in der Ausatemluft nicht der Fall: Sie nahmen nach ungefähr vier Wochen wieder zu.

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte dies eng damit zusammenhängen, dass die Gabe der probiotischen Bakterien zwar die mikrobiellen Abbauprozesse im Mund günstig beeinflusst, nicht aber ihre Ursachen beseitigt. Denn auf den Mund- und Zahnbelag hatte die Probiotika-Therapie keine Wirkung, wie ihre Auswertung ergab.

Es beseitigt Mundgeruch

Bestimmte probiotische Bakterien können offenbar hartnäckigen Mundgeruch mildern, wie eine Metaanalyse nahelegt. Demnach beeinflusst die Einnahme von Probiotika die Mundflora günstig und verringert die Produktion von schwefelhaltigen, übelriechenden Verbindungen durch anaerobe Abbauprozesse. In den Studien verringerte sich dadurch der wahrnehmbare Mundgeruch der Testpersonen und auch der objektiv messbare Gehalt an Schwefelverbindungen in der Ausatemluft.

Ein Drittel aller Menschen mit Halitosis

Rund ein Drittel aller Menschen leidet unter hartnäckigem Mundgeruch, medizinisch Halitosis. In 85 bis 90 Prozent der Fälle entsteht er durch die Tätigkeit von Bakterien auf der Zunge , im Zahnbelag , am Zahnfleisch oder zwischen den Zähnen.

Wenn diese Mikroben Nahrungsreste und andere organische Stoffe abbauen, produzieren sie stark riechende schwefelhaltige Verbindungen wie Schwefelwasserstoff (H 2 S), Methylmercaptan (CH 3 SH) und Dimethylsulfid (C 2 H 6 S). Mangelnde Mundhygiene, Parodontitis und Rauchen begünstigen dies.

Vorübergehende Abhilfe durch mechanische Reinigung

Doch wie wird man eine Halitosis wieder los? Oft kann eine mechanische Reinigung von Zunge und Zahnraum helfen wie bei der professionellen Zahnreinigung, allerdings bringt dies meist nur vorübergehende Abhilfe.

Auch chemische Mittel zur Bekämpfung der verursachenden Bakterien in Form von antibakteriellen Mundwässern und Antibiotika werden eingesetzt. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie auch die nützlichen Mundbakterien dezimieren.

Probiotika gegen Halitosis im Test

Eine schonendere und nachhaltigere Lösung könnten jedoch Probiotika sein, wie nun eine Metaanalyse nahelegt. Dabei nimmt man nützliche Bakterien wie Lactobacillus salivarius oder L. reuteri, Streptococcus salivarius oder Weissella cibaria in Form von Kaugummis oder Lutschtabletten ein.

Diese Bakterien finden sich typischerweise in Joghurt, Sauerteig, Miso und anderen fermentierten Lebensmitteln. Bei Einnahme als Probiotika sollen sie die Mikroben im Mundraum verdrängen, die die übelriechenden Schwefelverbindungen produzieren – so jedenfalls die Idee dahinter.

Schwefelverbindungen in der Ausatemluft am Maßstab

Ob das funktioniert, haben nun Forschende um Nengwen Huang von der Universität Sichuan in China untersucht. Dafür werteten sie sieben Studien aus, in denen insgesamt 278 Testpersonen mit Mundgeruch ein bis zweimal am Tag ein probiotisches Präparat gegen Mundgeruch oder aber ein Placebo erhielten.

Die Wirksamkeit wurde primär anhand der Konzentration der Schwefelverbindungen in der Ausatemluft und dem subjektiven Geruch ermittelt. Außerdem bewerteten die Forschenden den Zungen- und Zahnbelag.

Signifikante Besserung

Das Ergebnis: Die Probiotika-Einnahme brachte deutliche Besserungen der Halitosis im Vergleich zur Placebobehandlung. Der subjektiv wahrnehmbare Mundgeruch nahm in der Probiotika-Gruppe sowohl kurzfristig wie langfristig um mehr als die Hälfte ab. Auch der objektiv messbare Gehalt an übelriechenden Schwefelverbindungen in der Ausatemluft verringerte sich. Dies zeigte sich vor allem beim Schwefelwasserstoff, dessen Anteil im Schnitt um 73 Prozent abnahm, wie Huang und seine Kollegen feststellten.

Hemmung von Abbauprozessen und positiver Einfluss auf Mundflora

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass die probiotische Therapie Mundgeruch verringern kann und daher durchaus positive Effekte gegen Halitosis bewirken“, konstatieren Huang und sein Team. Sie führen diese Wirkung darauf zurück, dass die probiotischen Bakterien die Mundflora positiv beeinflussen und die Abbauprozesse hemmen, die die übelriechenden Schwefelverbindungen erzeugen. „Die signifikant niedrigeren Gehalte an flüchtigen Schwefelverbindungen sprechen dafür, dass die Aktivität anaerober Mundbakterien durch die probiotische Behandlung abnimmt“, erklärt das Team.

Weitere Forschung nötig

Allerdings: Während die subjektive Verbesserung des Mundgeruchs unter Einnahme der Probiotika auch langfristig anhielt, war dies beim Gehalt an Schwefelverbindungen in der Ausatemluft nicht der Fall: Sie nahmen nach ungefähr vier Wochen wieder zu.

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte dies eng damit zusammenhängen, dass die Gabe der probiotischen Bakterien zwar die mikrobiellen Abbauprozesse im Mund günstig beeinflusst, nicht aber ihre Ursachen beseitigt. Denn auf den Mund- und Zahnbelag hatte die Probiotika-Therapie keine Wirkung, wie ihre Auswertung ergab.