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Darum sollten wir das Chronische Fatigue-Syndrom ernst nehmen

Was ist das Chronische Fatigue-Syndrom?

Beim Chronischen Fatigue-Syndrom, auch Myalgische Enzephalomyelitis genannt (kurz ME/CFS), kommt es zu einer schweren anhaltenden Erschöpfung, die sich durch körperliche und geistige Anstrengung verschlimmert. Betroffene müssen sich nach alltäglichen Aktivitäten wie einem Spaziergang oder einem Einkauf teils stunden- oder tagelang erholen.Die Erschöpfung tritt oft mit einer gewissen Verzögerung ein, was es für die Patientinnen und Patienten schwierig macht, die eigenen Grenzen frühzeitig zu erkennen und einzuhalten.

Auch nach dem Schlafen fühlen sie sich nicht ausgeruht. Hinzu kommen häufig Konzentrationsstörungen, Reizempfindlichkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Übelkeit und schmerzhaft geschwollene Lymphknoten.

Krankhafte Erschöpfung mit mittlerem bis schwerem Verlauf

Das Ausmaß der Fatigue, so der medizinische Ausdruck für krankhafte Erschöpfung, geht von einer mittleren Beeinträchtigung bis hin zu schweren Verläufen, bei denen die Betroffenen bettlägerig und zeitweise sogar zu schwach zum Sprechen sind.

Über die Hälfte der Patient:innen ist arbeitsunfähig, viele sind auf Pflege angewiesen. Für die Diagnose müssen die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen.

Da Fatigue ein Symptom ist, das bei verschiedenen Krankheiten vorkommt, müssen zunächst andere Ursachen wie Krebs, Multiple Sklerose, ein Eisenmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion ausgeschlossen werden. Anders als etwa bei Multipler Sklerose, die Ärzt:innen an charakteristischen Veränderungen im MRT erkennen, gibt es bislang keinen Bluttest und kein bildgebendes Verfahren, das die Diagnose ME/CFS eindeutig belegt. Sie wird deshalb vor allem auf Grundlage der Symptom-Beschreibungen des Patienten, beziehungsweise der Patientin gestellt.

Spezialistinnen wie Carmen Scheibenbogen vom Fatigue-Centrum der Berliner Charité kennen jedoch typische Anzeichen, die sich objektiv messen lassen: „Die Patienten haben meistens eine verminderte Muskelkraft. Das lässt sich mit einem Handkraftmesser feststellen, bei dem man so fest wie möglich zudrücken soll. Außerdem schlägt das Herz schneller als bei Gesunden.“

Wer ist gefährdet?

Je nach Schätzung leiden zwischen zwei und neun von 1000 Menschen weltweit an ME/CFS. Demnach wären allein in Deutschland bis zu 700.000 betroffen – Frauen fast doppelt so häufig wie Männer. Meist trifft es junge Menschen um die 30. Die Krankheit kommt aber in allen Altersgruppen vor, auch bei Kindern.

Andere Erkrankungen gehen mit Chronischer Fatigue einher

Eine Reihe von Erkrankungen geht gehäuft mit anhaltender Erschöpfung einher, sodass Betroffene ein höheres Risiko tragen, zusätzlich an chronischer Fatigue zu erkranken. Dazu gehört Fibromyalgie: Muskel- und Gelenkschmerzen, die durch eine gestörte Schmerzverarbeitung im Nervensystem entstehen – häufig begleitet vom so genannten ‚brain fog‘. Das sind Konzentrationsstörungen, wie sie auch bei ME/CFS auftreten. Die Betroffenen vergessen, was sie gerade tun wollten, und fühlen sich wie benebelt.

Auffällig oft treten auch das Reizdarm-Syndrom und eine Fehlregulation des vegetativen Nervensystems namens Posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom, kurz POTS, bei ME/CFS-Patient:innen auf. Leidet man an POTS, kommt es beim Aufrichten aus dem Liegen oder Sitzen zu Herzrasen, Schwindel und Schwäche. Bei manchen beginnen die Beschwerden mit einem Infekt.

So ist es auch bei ME/CFS. Bei vielen bricht die Krankheit nach einer Viruserkrankung aus. Besonders nach einer Infektion mit dem Pfeiffer‘ schen Drüsenfieber, das durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst wird, kommen manche Patient:innen nicht mehr auf die Beine. Etwa zehn Prozent leiden sechs Monate später noch an ME/CFS- Symptomen. Auch eine durch Herpesviren ausgelöste Gürtelrose oder eine Grippe können in eine chronische Fatigue übergehen. Allerdings hatten nicht alle ME/CFS-Patient:innen unmittelbar vor Ausbruch der Krankheit einen Infekt. Bei manchen ging ihr offenbar eine Verletzung, eine Operation oder besonderer Stress voraus.

Darum sollten wir das Chronische Fatigue-Syndrom ernst nehmen

Was ist das Chronische Fatigue-Syndrom?

Beim Chronischen Fatigue-Syndrom, auch Myalgische Enzephalomyelitis genannt (kurz ME/CFS), kommt es zu einer schweren anhaltenden Erschöpfung, die sich durch körperliche und geistige Anstrengung verschlimmert. Betroffene müssen sich nach alltäglichen Aktivitäten wie einem Spaziergang oder einem Einkauf teils stunden- oder tagelang erholen.Die Erschöpfung tritt oft mit einer gewissen Verzögerung ein, was es für die Patientinnen und Patienten schwierig macht, die eigenen Grenzen frühzeitig zu erkennen und einzuhalten.

Auch nach dem Schlafen fühlen sie sich nicht ausgeruht. Hinzu kommen häufig Konzentrationsstörungen, Reizempfindlichkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Übelkeit und schmerzhaft geschwollene Lymphknoten.

Krankhafte Erschöpfung mit mittlerem bis schwerem Verlauf

Das Ausmaß der Fatigue, so der medizinische Ausdruck für krankhafte Erschöpfung, geht von einer mittleren Beeinträchtigung bis hin zu schweren Verläufen, bei denen die Betroffenen bettlägerig und zeitweise sogar zu schwach zum Sprechen sind.

Über die Hälfte der Patient:innen ist arbeitsunfähig, viele sind auf Pflege angewiesen. Für die Diagnose müssen die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen.

Da Fatigue ein Symptom ist, das bei verschiedenen Krankheiten vorkommt, müssen zunächst andere Ursachen wie Krebs, Multiple Sklerose, ein Eisenmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion ausgeschlossen werden. Anders als etwa bei Multipler Sklerose, die Ärzt:innen an charakteristischen Veränderungen im MRT erkennen, gibt es bislang keinen Bluttest und kein bildgebendes Verfahren, das die Diagnose ME/CFS eindeutig belegt. Sie wird deshalb vor allem auf Grundlage der Symptom-Beschreibungen des Patienten, beziehungsweise der Patientin gestellt.

Spezialistinnen wie Carmen Scheibenbogen vom Fatigue-Centrum der Berliner Charité kennen jedoch typische Anzeichen, die sich objektiv messen lassen: „Die Patienten haben meistens eine verminderte Muskelkraft. Das lässt sich mit einem Handkraftmesser feststellen, bei dem man so fest wie möglich zudrücken soll. Außerdem schlägt das Herz schneller als bei Gesunden.“

Wer ist gefährdet?

Je nach Schätzung leiden zwischen zwei und neun von 1000 Menschen weltweit an ME/CFS. Demnach wären allein in Deutschland bis zu 700.000 betroffen – Frauen fast doppelt so häufig wie Männer. Meist trifft es junge Menschen um die 30. Die Krankheit kommt aber in allen Altersgruppen vor, auch bei Kindern.

Andere Erkrankungen gehen mit Chronischer Fatigue einher

Eine Reihe von Erkrankungen geht gehäuft mit anhaltender Erschöpfung einher, sodass Betroffene ein höheres Risiko tragen, zusätzlich an chronischer Fatigue zu erkranken. Dazu gehört Fibromyalgie: Muskel- und Gelenkschmerzen, die durch eine gestörte Schmerzverarbeitung im Nervensystem entstehen – häufig begleitet vom so genannten ‚brain fog‘. Das sind Konzentrationsstörungen, wie sie auch bei ME/CFS auftreten. Die Betroffenen vergessen, was sie gerade tun wollten, und fühlen sich wie benebelt.

Auffällig oft treten auch das Reizdarm-Syndrom und eine Fehlregulation des vegetativen Nervensystems namens Posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom, kurz POTS, bei ME/CFS-Patient:innen auf. Leidet man an POTS, kommt es beim Aufrichten aus dem Liegen oder Sitzen zu Herzrasen, Schwindel und Schwäche. Bei manchen beginnen die Beschwerden mit einem Infekt.

So ist es auch bei ME/CFS. Bei vielen bricht die Krankheit nach einer Viruserkrankung aus. Besonders nach einer Infektion mit dem Pfeiffer‘ schen Drüsenfieber, das durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst wird, kommen manche Patient:innen nicht mehr auf die Beine. Etwa zehn Prozent leiden sechs Monate später noch an ME/CFS- Symptomen. Auch eine durch Herpesviren ausgelöste Gürtelrose oder eine Grippe können in eine chronische Fatigue übergehen. Allerdings hatten nicht alle ME/CFS-Patient:innen unmittelbar vor Ausbruch der Krankheit einen Infekt. Bei manchen ging ihr offenbar eine Verletzung, eine Operation oder besonderer Stress voraus.