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So erkennen Sie die Grippe

Kratzt Ihnen gerade der Hals? Haben Sie Gliederschmerzen oder läuft die Nase? Liegt Ihr Kind gerade mal wieder mit Fieber im Bett? Wenn nichts davon auf Sie zutrifft, haben Sie großes Glück. Denn Deutschland wird von einer Infektwelle überrollt: Dem aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) über respiratorische Krankheiten zufolge leiden neun Millionen Menschen in Deutschland an einer akuten Atemwegserkrankung. Die Zahl derer, die deshalb zur Ärztin oder zum Arzt gehen, liegt demnach etwa im Bereich der Spitzenwerte schwerer Grippewellen.

Ganz oben auf der Liste der Erreger, die aktuell für so viele Atemwegserkrankungen sorgen, steht die Influenza.

Zwei Saisons waren wir von der Grippe nahezu verschont geblieben – die Maßnahmen, die vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt haben, haben uns größtenteils auch vor der Grippe bewahrt. Nun wurden viele Schutzmaßnahmen gelockert, die Menschen treffen sich wieder, gehen auf Reisen. Die Grippewelle begann schon Ende Oktober und damit ungewöhnlich früh.

Aber woran merke ich überhaupt, dass ich eine Grippe habe? Und wie oft kann ich mich mit der Influenza infizieren? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wie wird die Grippe übertragen?

In den Jahren der Coronapandemie haben wir gelernt, wie Sars-CoV-2 übertragen wird und wie wir uns davor schützen können. Tatsächlich ist es mit der Grippe ganz ähnlich: Auch sie wird überwiegend durch Tröpfchen übertragen. Wenn eine infizierte Person hustet oder niest, schleudert sie so Tröpfchen voller Viren nach draußen. Erreichen diese dann die Schleimhäute in Mund und Nase einer anderen Person, steckt sich diese sehr wahrscheinlich mit der Grippe an. Auch in anderen Situationen können sich Grippeviren übertragen, etwa wenn ein Infizierter ins Taschentuch schnaubt, dann kurz darauf eine Hand schüttelt und das Gegenüber sich dann etwas später an Mund oder Nase fasst.

Regelmäßiges Händewaschen ist also eine wichtige vorbeugende Maßnahme, da so die Keimbelastung gesenkt wird. Auch die Angewohnheit in die Ellenbeuge zu niesen und zu husten, ist weiterhin sinnvoll. Und wer sich krank fühlt, sollte möglichst zu Hause bleiben und Kontakte meiden.

Woran merke ich, dass es eine Grippe ist?

Sind die mikroskopisch kleinen Grippeerreger im Körper eines Menschen angekommen, kann es schon bald zu Symptomen kommen: Die Inkubationszeit liegt durchschnittlich nur bei ein bis zwei Tagen.

Während eine harmlose Erkältung meist schleichend beginnt, etwa zunächst mit einem leichten Halskratzen, zeichnet sich eine echte Grippe meist durch einen plötzlichen Krankheitsbeginn mit Fieber, Husten oder Halsschmerzen und Kopf- und Gliederschmerzen aus. Weitere Symptome können Schnupfen, Schweißausbrüche und Abgeschlagenheit sein. Bei Kindern kann sich eine Grippe auch mit Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen zeigen.

Allerdings können auch andere Erreger, die gerade im Umlauf sind, dieselben Beschwerden hervorrufen. »Nur anhand der Symptomatik kann man nicht wirklich unterscheiden, um welche Virusinfektion es sich handelt«, sagt Susanne Herold. Sie ist Lungen- und Infektionsforscherin und Direktorin der Klinik für Innere Medizin, Infektiologie und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Gießen.

Hinzu kommt, dass eine Grippe nicht immer typisch verläuft: »Wir haben immer wieder auch Patientinnen und Patienten, die symptomfrei sind und bei denen durch einen Routineabstrich eine Influenza diagnostiziert wird«, sagt Herold. Dem RKI zufolge kann folgende Faustregel gelten: Etwa ein Drittel der Infizierten erkrankt mit Fieber, ein Drittel zeigt eine mildere Symptomatik, und ein Drittel hat gar keine Symptome.

Infizierte können – so wie bei Sars-CoV-2 – bereits ansteckend sein, wenn sie noch keine Symptome haben. Nach Auftreten der ersten Symptome sind Grippekranke im Mittel etwa vier bis fünf Tage ansteckend. Besonders Kinder und Kranke mit einem schweren Verlauf können die Viren aber auch über einen längeren Zeitraum weitergeben.

Wie gut schützt die Impfung in diesem Jahr?

Der beste Schutz vor einer Influenzainfektion ist immer noch die jährliche Impfung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt sie allen, die ein erhöhtes Risiko haben, sich anzustecken oder einen schweren Verlauf zu entwickeln, und Menschen, die engen Kontakt zu Risikopersonen haben. Aber auch wer nicht zu einer dieser Gruppen gehört, kann sich grundsätzlich gegen die Grippe impfen lassen, viele Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt, die Impfung möglichst in der Zeit von Oktober bis Mitte Dezember durchzuführen. Es ist allerdings nie ganz klar, wie lange eine Grippewelle dauert. Deshalb macht es auch für alle Sinn, die es bisher noch nicht geschafft haben, sich jetzt noch die Impfung abzuholen. (Lesen Sie hier , was Sie noch zur Grippeimpfung wissen müssen.)

Weil es verschiedene Stämme von Influenzaviren gibt und sich die davon zirkulierenden Varianten – ähnlich dem Coronavirus – ständig verändern, wird die Impfung jedes Jahr an die zu erwartenden Erreger angepasst.

Es kann aber sein, dass sich dann doch andere Virusstämme durchsetzen und die Impfung deshalb nicht optimal mit den zirkulierenden Typen übereinstimmt. Erste Labortests deuten darauf hin, dass die in diesem Jahr verwendeten Impfstämme gut zu den zirkulierenden Influenza-A-Viren passen. Endgültige Aussagen über die Wirksamkeit des Impfstoffs erlaubt das aber noch nicht. »Es ist noch zu früh, um zu sagen, wie gut die Grippeimpfung in diesem Jahr schützt«, sagt Herold. Zuverlässig könne das erst im Nachhinein festgestellt werden, wenn alle Zahlen zu Geimpften, Infizierten und möglicherweise im Krankenhaus behandelten Menschen vorlägen.

Wie gut der Grippeimpfstoff wirklich schützt, hängt außerdem von weiteren Faktoren ab, etwa davon, ob jemand ein geschwächtes Immunsystem hat, früher bereits mit der Grippe infiziert war oder geimpft wurde.

Ganz verhindern könne eine Influenzaimpfung eine Infektion jedoch nicht, sagt Herold. Durchbruchinfektionen seien möglich. »Aber es ist nachgewiesen, dass schwere Verläufe durch eine Impfung abgemildert werden. Manche Menschen bekommen also eine Grippe, und die fühlt sich gelegentlich auch heftig an, sie verläuft aber dennoch deutlich milder, als es ohne Impfung der Fall gewesen wäre.

Was können die Schnelltests?

Vor dem Gang ins Büro, dem Besuch bei der Oma im Pflegeheim oder wenn es im Hals kratzt: Selbsttests auf das Coronavirus gehören für die meisten Menschen mehr oder weniger zum Alltag. Verschiedene Firmen bieten mittlerweile auch Tests an, die neben Corona auch Influenzaviren und zum Teil sogar das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) erkennen sollen.

Herold blickt eher skeptisch auf diese Tests für zu Hause: Es gab auch früher schon Schnelltests auf Influenza, die primär im ambulanten Bereich durchgeführt wurden, sagt sie. Diese hätten jedoch meist eine geringe Sensitivität und Spezifität gehabt, also Infizierte und Gesunde nicht zuverlässig auch als solche erkannt. Schnelltests für Kinder auf RSV seien recht gut, jedoch für die Anwendung bei Erwachsenen nicht ausreichend validiert.

Möglicherweise kommen durch die große Aufmerksamkeit nun neue und gute Tests für die Anwendung zu Hause auf den Markt, sagt Herold. Bisher fehlen aber noch gute und breite Analysen zur Zuverlässigkeit. Ein PCR-Test liefere immer noch die zuverlässigsten Ergebnisse.

Hinzu kommt: Egal, ob jemand die Grippe, RSV oder Covid hat, die Person sollte sich möglichst von Risikopersonen fernhalten. Auch die Mittel zur Symptomlinderung sind laut Herold dann dieselben. Eine Ausnahme bilden ihr zufolge Menschen, die selbst zu Risikogruppen gehören. Sie sollten jedoch sowieso ärztlichen Rat einholen, wenn sie krank sind.

Was hilft, wenn es mich erwischt hat?

Wer eine Grippe mit komplikationslosem Verlauf durchmacht und zu keiner Risikogruppe gehört, braucht keine spezialisierte Therapie. Mithilfe gängiger Mittel wie etwa Ibuprofen oder Paracetamol lassen sich Kopf- und Gliederschmerzen lindern und das Fieber senken. Fachleute raten außerdem dazu, viel zu trinken und sich Ruhe zu gönnen, damit der Körper sich von der Belastung der Infektion erholen kann. Hausmittel wie Inhalieren oder Gurgeln können als wohltuend empfunden werden.

Antibiotika helfen bei einer Influenza nicht, da die Grippe eine Viruserkrankung ist. Sie kommen nur zum Einsatz, wenn sich zusätzlich zu den Influenzaviren noch Bakterien angesiedelt und zum Beispiel zu einer Lungenentzündung geführt haben.

Besteht der Verdacht, dass die Grippeerkrankung bei jemandem einen schweren Verlauf nimmt, oder hat jemand womöglich das Risiko für einen schweren Verlauf, kann es sinnvoll sein, dass Ärztinnen und Ärzte in den ersten Tagen der Infektion spezielle Grippemedikamente verschreiben. Es handelt sich meist um Tabletten, die die Freisetzung von im Körper neu gebildeten Viren verhindern sollen und die Krankheitsdauer vermutlich etwas senken. Ob Folgeerkrankungen oder gefährliche Komplikationen seltener auftreten, ist nicht klar.

So erkennen Sie die Grippe

Kratzt Ihnen gerade der Hals? Haben Sie Gliederschmerzen oder läuft die Nase? Liegt Ihr Kind gerade mal wieder mit Fieber im Bett? Wenn nichts davon auf Sie zutrifft, haben Sie großes Glück. Denn Deutschland wird von einer Infektwelle überrollt: Dem aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) über respiratorische Krankheiten zufolge leiden neun Millionen Menschen in Deutschland an einer akuten Atemwegserkrankung. Die Zahl derer, die deshalb zur Ärztin oder zum Arzt gehen, liegt demnach etwa im Bereich der Spitzenwerte schwerer Grippewellen.

Ganz oben auf der Liste der Erreger, die aktuell für so viele Atemwegserkrankungen sorgen, steht die Influenza.

Zwei Saisons waren wir von der Grippe nahezu verschont geblieben – die Maßnahmen, die vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt haben, haben uns größtenteils auch vor der Grippe bewahrt. Nun wurden viele Schutzmaßnahmen gelockert, die Menschen treffen sich wieder, gehen auf Reisen. Die Grippewelle begann schon Ende Oktober und damit ungewöhnlich früh.

Aber woran merke ich überhaupt, dass ich eine Grippe habe? Und wie oft kann ich mich mit der Influenza infizieren? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wie wird die Grippe übertragen?

In den Jahren der Coronapandemie haben wir gelernt, wie Sars-CoV-2 übertragen wird und wie wir uns davor schützen können. Tatsächlich ist es mit der Grippe ganz ähnlich: Auch sie wird überwiegend durch Tröpfchen übertragen. Wenn eine infizierte Person hustet oder niest, schleudert sie so Tröpfchen voller Viren nach draußen. Erreichen diese dann die Schleimhäute in Mund und Nase einer anderen Person, steckt sich diese sehr wahrscheinlich mit der Grippe an. Auch in anderen Situationen können sich Grippeviren übertragen, etwa wenn ein Infizierter ins Taschentuch schnaubt, dann kurz darauf eine Hand schüttelt und das Gegenüber sich dann etwas später an Mund oder Nase fasst.

Regelmäßiges Händewaschen ist also eine wichtige vorbeugende Maßnahme, da so die Keimbelastung gesenkt wird. Auch die Angewohnheit in die Ellenbeuge zu niesen und zu husten, ist weiterhin sinnvoll. Und wer sich krank fühlt, sollte möglichst zu Hause bleiben und Kontakte meiden.

Woran merke ich, dass es eine Grippe ist?

Sind die mikroskopisch kleinen Grippeerreger im Körper eines Menschen angekommen, kann es schon bald zu Symptomen kommen: Die Inkubationszeit liegt durchschnittlich nur bei ein bis zwei Tagen.

Während eine harmlose Erkältung meist schleichend beginnt, etwa zunächst mit einem leichten Halskratzen, zeichnet sich eine echte Grippe meist durch einen plötzlichen Krankheitsbeginn mit Fieber, Husten oder Halsschmerzen und Kopf- und Gliederschmerzen aus. Weitere Symptome können Schnupfen, Schweißausbrüche und Abgeschlagenheit sein. Bei Kindern kann sich eine Grippe auch mit Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen zeigen.

Allerdings können auch andere Erreger, die gerade im Umlauf sind, dieselben Beschwerden hervorrufen. »Nur anhand der Symptomatik kann man nicht wirklich unterscheiden, um welche Virusinfektion es sich handelt«, sagt Susanne Herold. Sie ist Lungen- und Infektionsforscherin und Direktorin der Klinik für Innere Medizin, Infektiologie und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Gießen.

Hinzu kommt, dass eine Grippe nicht immer typisch verläuft: »Wir haben immer wieder auch Patientinnen und Patienten, die symptomfrei sind und bei denen durch einen Routineabstrich eine Influenza diagnostiziert wird«, sagt Herold. Dem RKI zufolge kann folgende Faustregel gelten: Etwa ein Drittel der Infizierten erkrankt mit Fieber, ein Drittel zeigt eine mildere Symptomatik, und ein Drittel hat gar keine Symptome.

Infizierte können – so wie bei Sars-CoV-2 – bereits ansteckend sein, wenn sie noch keine Symptome haben. Nach Auftreten der ersten Symptome sind Grippekranke im Mittel etwa vier bis fünf Tage ansteckend. Besonders Kinder und Kranke mit einem schweren Verlauf können die Viren aber auch über einen längeren Zeitraum weitergeben.

Wie gut schützt die Impfung in diesem Jahr?

Der beste Schutz vor einer Influenzainfektion ist immer noch die jährliche Impfung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt sie allen, die ein erhöhtes Risiko haben, sich anzustecken oder einen schweren Verlauf zu entwickeln, und Menschen, die engen Kontakt zu Risikopersonen haben. Aber auch wer nicht zu einer dieser Gruppen gehört, kann sich grundsätzlich gegen die Grippe impfen lassen, viele Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt, die Impfung möglichst in der Zeit von Oktober bis Mitte Dezember durchzuführen. Es ist allerdings nie ganz klar, wie lange eine Grippewelle dauert. Deshalb macht es auch für alle Sinn, die es bisher noch nicht geschafft haben, sich jetzt noch die Impfung abzuholen. (Lesen Sie hier , was Sie noch zur Grippeimpfung wissen müssen.)

Weil es verschiedene Stämme von Influenzaviren gibt und sich die davon zirkulierenden Varianten – ähnlich dem Coronavirus – ständig verändern, wird die Impfung jedes Jahr an die zu erwartenden Erreger angepasst.

Es kann aber sein, dass sich dann doch andere Virusstämme durchsetzen und die Impfung deshalb nicht optimal mit den zirkulierenden Typen übereinstimmt. Erste Labortests deuten darauf hin, dass die in diesem Jahr verwendeten Impfstämme gut zu den zirkulierenden Influenza-A-Viren passen. Endgültige Aussagen über die Wirksamkeit des Impfstoffs erlaubt das aber noch nicht. »Es ist noch zu früh, um zu sagen, wie gut die Grippeimpfung in diesem Jahr schützt«, sagt Herold. Zuverlässig könne das erst im Nachhinein festgestellt werden, wenn alle Zahlen zu Geimpften, Infizierten und möglicherweise im Krankenhaus behandelten Menschen vorlägen.

Wie gut der Grippeimpfstoff wirklich schützt, hängt außerdem von weiteren Faktoren ab, etwa davon, ob jemand ein geschwächtes Immunsystem hat, früher bereits mit der Grippe infiziert war oder geimpft wurde.

Ganz verhindern könne eine Influenzaimpfung eine Infektion jedoch nicht, sagt Herold. Durchbruchinfektionen seien möglich. »Aber es ist nachgewiesen, dass schwere Verläufe durch eine Impfung abgemildert werden. Manche Menschen bekommen also eine Grippe, und die fühlt sich gelegentlich auch heftig an, sie verläuft aber dennoch deutlich milder, als es ohne Impfung der Fall gewesen wäre.

Was können die Schnelltests?

Vor dem Gang ins Büro, dem Besuch bei der Oma im Pflegeheim oder wenn es im Hals kratzt: Selbsttests auf das Coronavirus gehören für die meisten Menschen mehr oder weniger zum Alltag. Verschiedene Firmen bieten mittlerweile auch Tests an, die neben Corona auch Influenzaviren und zum Teil sogar das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) erkennen sollen.

Herold blickt eher skeptisch auf diese Tests für zu Hause: Es gab auch früher schon Schnelltests auf Influenza, die primär im ambulanten Bereich durchgeführt wurden, sagt sie. Diese hätten jedoch meist eine geringe Sensitivität und Spezifität gehabt, also Infizierte und Gesunde nicht zuverlässig auch als solche erkannt. Schnelltests für Kinder auf RSV seien recht gut, jedoch für die Anwendung bei Erwachsenen nicht ausreichend validiert.

Möglicherweise kommen durch die große Aufmerksamkeit nun neue und gute Tests für die Anwendung zu Hause auf den Markt, sagt Herold. Bisher fehlen aber noch gute und breite Analysen zur Zuverlässigkeit. Ein PCR-Test liefere immer noch die zuverlässigsten Ergebnisse.

Hinzu kommt: Egal, ob jemand die Grippe, RSV oder Covid hat, die Person sollte sich möglichst von Risikopersonen fernhalten. Auch die Mittel zur Symptomlinderung sind laut Herold dann dieselben. Eine Ausnahme bilden ihr zufolge Menschen, die selbst zu Risikogruppen gehören. Sie sollten jedoch sowieso ärztlichen Rat einholen, wenn sie krank sind.

Was hilft, wenn es mich erwischt hat?

Wer eine Grippe mit komplikationslosem Verlauf durchmacht und zu keiner Risikogruppe gehört, braucht keine spezialisierte Therapie. Mithilfe gängiger Mittel wie etwa Ibuprofen oder Paracetamol lassen sich Kopf- und Gliederschmerzen lindern und das Fieber senken. Fachleute raten außerdem dazu, viel zu trinken und sich Ruhe zu gönnen, damit der Körper sich von der Belastung der Infektion erholen kann. Hausmittel wie Inhalieren oder Gurgeln können als wohltuend empfunden werden.

Antibiotika helfen bei einer Influenza nicht, da die Grippe eine Viruserkrankung ist. Sie kommen nur zum Einsatz, wenn sich zusätzlich zu den Influenzaviren noch Bakterien angesiedelt und zum Beispiel zu einer Lungenentzündung geführt haben.

Besteht der Verdacht, dass die Grippeerkrankung bei jemandem einen schweren Verlauf nimmt, oder hat jemand womöglich das Risiko für einen schweren Verlauf, kann es sinnvoll sein, dass Ärztinnen und Ärzte in den ersten Tagen der Infektion spezielle Grippemedikamente verschreiben. Es handelt sich meist um Tabletten, die die Freisetzung von im Körper neu gebildeten Viren verhindern sollen und die Krankheitsdauer vermutlich etwas senken. Ob Folgeerkrankungen oder gefährliche Komplikationen seltener auftreten, ist nicht klar.